Die boot Düsseldorf 2023- das Fazit:
Erfolgreicher Heimathafen: Das große Comeback der boot Düsseldorf
Nach einer dreijährigen, pandemiebedingten Zwangspause meldete sich die weltweite Leitmesse des Wassersports eindrucksvoll zurück. Trotz veränderter Rahmenbedingungen und breiterer Gänge zeigten sich Werften, Newcomer und Ausrüster gleichermaßen begeistert über volle Auftragsbücher.
Die Erleichterung und Begeisterung am Düsseldorfer Messegelände waren mit Händen zu greifen. Unter dem offiziellen Titel „boot Düsseldorf schafft Neustart. Wassersportmesse meldet sich erfolgreich zurück“ zog die Messegesellschaft eine mehr als positive Bilanz. Nach drei Jahren Zwangspause strömten über 237.000 Besucher aus mehr als 100 Ländern in die 16 Messehallen, in denen rund 1.500 Aussteller ihre Neuheiten präsentierten.
Messechef Wolfram Diener sprach von einer echten Erfolgsgeschichte unter schwierigen Rahmenbedingungen, deren internationales Resultat man sich im Vorfeld kaum hätte träumen lassen. Auch boot-Düsseldorf-Direktor Petros Michelidakis unterstrich die enorme Internationalität und berichtete von exzellenten Verkaufszahlen bei Booten und Zubehör. Das Fachpublikum reiste aus ganz Deutschland sowie den Kernmärkten Niederlande, Belgien, Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien, der Türkei und Spanien an.
Von Schwergewichten und gefeierten Newcomern
Obwohl namhafte Akteure wie die Hansegruppe, X-Yachts oder die Sirius-Werft der Messe fernblieben und ungenutzte Flächen an den ersten Tagen für ein leicht pessimistisches Bild sorgten, drehte sich die Stimmung rasant. Wer nicht dabei war, hat laut einhelliger Meinung der Aussteller definitiv etwas verpasst. Die Resonanz zog sich durch alle Segmente der Branche:
| Unternehmen / Werft | Messe-Fazit & Highlights |
|---|---|
| Beneteau (Luc Joessel) |
Präsentierte über 20 Boote in drei Hallen. Überragende Besucherqualität aus ganz Europa. Die First 36 wurde zudem als „Europas Yacht des Jahres“ ausgezeichnet. |
| Jeanneau (Vanessa Clairgeaux) |
Sehr starke kommerzielle Aktivitäten bei Motorbooten ab 27 Fuß und Segelbooten ab 40 Fuß. Erfolgreicher Launch der neuen Jeanneau Yachts 55. |
| Bavaria Yachts (CEO Marc Diening) |
Voller Erfolg nach der Pause. Extrem fachkundiges Publikum an den Ständen sorgte für neuen Ideenaustausch und hohe Begeisterung für das Portfolio. |
| Bente Yachts (Christian Daum) |
Feierte die vielbeachtete Weltpremiere der neuen Bente 28. Die Heimreise wurde mit zahlreichen unterschriebenen Bootsbestellungen im Gepäck angetreten. |
| Sunbeam Watersports (Andreas Schöchl) |
Bezeichnete die Messe als „sensationell“. Sichert sich direkte Verkäufe, etliche Angebote und zahlreiche Probesegeltermine. |
| MFH Emden (Uwe Regensdorf) |
Als Newcomer mit den Modellen Tide 25 und Tide 36 vertreten. Äußerst zufrieden mit den generierten Neukontakten und ernsthaften Anfragen. |
Ein leicht gemischtes, wenn auch im Kern zufriedenes Bild zeigte sich bei den traditionell stark vertretenen holländischen Werften. Während Geert Wijma (Yachtwerft Heeg) volle Stände vermeldete und Marcel Offereins (Contest Yachts) ein hochgradig zielgerichtetes Kundeninteresse lobte, bemerkte Dennis Hennvanger von Saffier einen leichten Rückgang bei der Internationalität und Qualität der Interessenten an seinem Stand. Die finnische Renommierwerft Nautor brachte es dennoch für die Mehrheit auf den Punkt: „Danke für eine fantastische Woche“.
Ansturm auf Decksequipment und Technik
Nicht nur der Yachtmarkt florierte, auch in den Hallen der Zubehör- und Ausrüstungsspezialisten herrschte Hochbetrieb. Peter Kohlhoff, bekannter Importeur für Decksequipment und Steuersysteme, zeigte sich fasziniert vom kontinuierlich großen Interesse an allen Messetagen, insbesondere durch Kunden aus Holland, Frankreich, Italien und Übersee.
Meinrad Hiller, Geschäftsführer von Pfeiffer Marine, betonte stolz, dass die eigenen Erwartungen zahlenmäßig wie qualitativ weit übertroffen wurden. Ein ebenso positives Fazit zog Stefan Matschuck von North Sails, der die enorme Nachfrage und das durchweg positive Kundenfeedback als perfekten Start in das Geschäftsjahr wertete.
„Die boot Düsseldorf hat eindrucksvoll bewiesen, dass digitale Formate den echten, physischen Austausch und das haptische Erlebnis auf einer Yacht niemals ersetzen können.“
Fazit der Redaktion
Nachhaltigkeit als neuer Taktgeber: Das „blue innovation dock“
Ein unübersehbarer Schwerpunkt der diesjährigen Messe war das Megathema Nachhaltigkeit. Mit dem neu geschaffenen Forumsformat „blue innovation dock“ (bid) wurde ein zentraler Meilenstein gesetzt. Hier trafen sich an allen neun Messetagen Industrie, Politik und internationale Verbände zu einem hochkarätigen Dialog über die grüne Transformation des Wassersports.
Mehr als 110 Redner – darunter zahlreiche CEOs und politische Entscheidungsträger – diskutierten über zukunftsfähige Antriebe, kreislauffähige Materialien und umweltfreundliche Infrastrukturen. Philip Easthill, Generalsekretär des europäischen Branchenverbandes European Boating Industry, lobte die bereits sichtbaren Fortschritte der Werften und versprach, diesen Wandel künftig noch intensiver politisch und strukturell zu unterstützen.
Die Planungen für das nächste große Branchen-Treffen laufen bereits auf Hochtouren. Die kommende Ausgabe der boot Düsseldorf wird vom 20. bis 28. Januar ihre Tore im gewohnten Rhythmus öffnen.